Ein Seelenhund zieht ein... Archie!

Mein Name ist Archie und ich wurde auf der dunklen Seite des Lebens geboren, auf der Straße. Leider auch im falschen Gebiet, denn überall wo ich auftauchte oder nach Fressen suchte, wurde ich geschlagen. Vertreiben wollten sie mich mit allen Mitteln, aber ich wusste ja nicht wohin. Glücklicherweise haben die rumänischen Tierschützer davon Wind bekommen und sie nahmen mich auf. Endlich konnte ich Allen zeigen was für ein freundlicher, menschenbezogener Vierbeiner ich eigentlich bin. Trotz meiner schlechten Erfahrungen, bin ich kein bisschen nachtragend, sondern suche eure Nähe. Wenn du mir die Sonnenseite des Lebens zeigst, werde ich dir wie ein Schatten folgen. Klar musst du mich noch erziehen, wo hätte ich denn was lernen sollen? Aber das bekommen wir hin. Momentan bin ich einfach nur ein trauriger, großer, sehr enttäuschter Hund, den Niemand wollte. Ach, übrigens mit allen Hundekumpels verstehe ich mich bestens. 

Und Archie hatte Glück. Er fand SEINE Familie.

Archie räumt mit sämtlichen Vorurteilen über Straßenhunde auf, denn trotz seiner tragischen Vorgeschichte und vielen schlechten Erfahrungen ist er in jeder Hinsicht nahezu ein Selbstläufer. Völlig unkompliziert und unaufgeregt macht er es seiner neuen Familie immer recht, ist lernwillig und überaus anhänglich. Natürlich sind nicht alle Auslandshunde so, aber ein Einzelfall ist er auch nicht. Es ist immer auch der Charakter entscheidend. Mit erwachsenen Hunden läuft es oft viel besser als mit Welpen, die durchaus eine gewisse Herausforderung darstellen Vielen lieben Dank an Archies Familie, dass ihr Archie aufgenommen habt Nun darf er ein glückliches, unbeschwertes Leben führen und wird endlich geliebt 

Wenn man alles gibt - und trotzdem versagt.

Nachruf auf Alda!

Wir alle haben sie gekannt, wir alle haben alles versucht, für sie ein Zuhause zu finden. Als Welpe kam sie ins Tierheim, die Geschwister wurden vermittelt. Niemand gab ihr eine Chance, sie durfte niemals die Welt außerhalb des Zwingers kennenlernen, jetzt ist Alda mit nur 8,5 Jahren einsam verstorben. Das macht uns wahnsinnig traurig.

Snoopy...

Wenn alles gut werden soll, brauchts schon einige Maßnahmen und eine ordentliche Portion Glück.

Snoopy hat man zum Beißer "erzogen". Von Welpe an wurde er verblödet, künstlich aufgepusht und isoliert gehalten. Dann wurde Snoopy in der Familie zum Problem und er musste natürlich sofort weg. Tja, wie kann man nun so einen Hund ohne Sorgen in eine neue Familie vermitteln - praktisch gar nicht.
Eine Lösung musste her, denn Snoopy ist ein toller Hund, der schlichtweg vom Menschen zu dem gemacht wurde, was ihm nun im Weg steht.
Solides Training in der Hundeschule Schafhof mit ausreichend Sozialkontakt machte Snoopy wieder alltagstauglich. Das nötige Glück erschien in Gestalt seines heutigen Herrchens. Durch gemeinsame Übungsstunden und eine klare "Bedienungsanleitung" wurden die Zwei zusammen fit für alle Lebenslagen.
Auch sogenannte "Problemhunde" (meist ja durch die Menschen dazu gemacht), verdienen auch eine zweite Chance. Großen Respekt an's Herrli und Danke.

Zwergpinscher in Not

Ein Rüde und eine Hündin, max. 1 Jahr alt. Die beiden wurden mitten im Winter bei Eiseskälte von einer Privatperson in erbärmlichem Zustand auf einer rumänischen Straße entdeckt. Der Finder nahm sie mit und bat unseren Partnerverein Animal Life Sibiu um Hilfe. Natürlich wurden die Kleinen sofort erst versorgt, allerdings konnten sie nicht aufgenommen werden, da wieder einmal sämtliche Kapazitäten des Tierheims am Limit waren. Das Tierheim war auch keine Option, dort ist es zu kalt und zwischen den großen Hunden wären sie untergegangen. So blieben die Zwei notgedrungen in privater Hand, obwohl dieses Umfeld auch nicht ideal war. Man hat trotzdem das Möglichste getan, sie aufzupäppeln, das Immunsystem zu stärken und parallel auch die Demodikose zu behandeln. Leider kommen die Zwerglein auf Grund der Umstände nicht regelmäßig, nur kurzzeitig an die frische Luft und müssen die restliche Zeit alleine in einem relativ dunklen, aber wenigstens warmen Raum verbringen. Das bedeutet zusätzlichen Stress und ist in keinster Weise förderlich für den Heilungsprozess, für die Psyche schon gar nicht. Vermutlich nehmen sie deshalb auch nicht zu. In Rumänien gibt es derzeit keine Alternative, nun suchen wir für dieses zarte Pärchen eine Lösung in DE. Toby und Luna sind recht freundlich, aber ausgesprochen lebendig. Junge Pinscher, die ohne Zuwendung, Sozialisierung und Auslastung leiden. Von der Demodikose haben sie recht gut erholt, die Sache muss aber auf jeden Fall weiter im Auge behalten, oder behandelt werden. Ansteckend ist das weder für Hund noch Mensch. Möglicherweise ist es bei Toby und Luna auch vererbt und man hat sie deswegen einfach entsorgt. Die Kleinen sind vollgeimpft, gechipt, kastriert – Luna wiegt 3kg und Toby 4kg. Wer helfen kann, wendet sich bitte an uns. Eventuelle Pflegestellenangebote bitte nur im Raum Ober/Niederbayern. Wir wünschen uns sehr, dass sich für unsere filigranen Seelchen doch noch alles zum Guten wendet. (April 2022) - Update: Die Zwerge dürfen im Mai 2022 noch nach Deutschland reisen.

Update: Beide haben ein Zuhause gefunden, und man sieht auf den letzten drei Bildern, wie prächtig es ihnen nun geht... welch Happy End.

Der Hund vorm Einkaufsmarkt

Einsam, ohne Lebensmut und mit einer Bisswunde, hat sich dieser junge Rüde (ca. 9 Monate) neben einem Einkaufsmarkt in Sibiu zurückgezogen. Die Menschen kommen und gehen, verrichten ihre Dinge und Niemand interessiert sich für sein Schicksal, das sich direkt vor aller Augen abspielt.

Der Tierschutz wird üblicherweise nur dann verständigt, wenn ein solches Geschöpf das Gesamtbild stört. "Sowas" passt nicht in eine Welt, in der jeder nur mit sich beschäftigt ist. Der arme Bub wurde mittlerweile von unserem Partnerverein Animal Life aufgenommen, wurde medizinisch versorgt und gepflegt. 
Nach kurzer Zeit ist Balu (Danke an die Namenspatin Christine) aufgeblüht und seine Freude, wenn Besuch kommt ist grenzenlos. Vom Streicheln kann er gar nicht genug bekommen.
Danke auch an die Futterpatin Anni. Ohne die Unterstützung vieler Mitfühlender Menschen, würde Balu wahrscheinlich noch immer auf der Straße dahinvegetieren. (Dezember 2021)

Die Geschichte zweier Welpen... 

Zwei Welpen, zwei Charaktere, zwei Entwicklungen.
Während Willi (grau/weiß) von klein an ein leicht erziehbares Lämmchen war, begann Lotte (braun/weiß) im gleichen Umfeld ganz unauffällig Alles und Jeden zu kontrollieren. Willi bemühte sich immer alles recht zu machen, Lotte entwickelte sich zum Leinenprolet mit einer ziemlich dickfelligen Eigendynamik. Eine Lösung musste her, ein Umdenken und professionelle Hilfe verbunden mit konsequentem Training. Die gemachten Fehler zu erkennen und bereit sein, sie frühzeitig zu korrigieren, ist allerdings die erste und wichtigste Erkenntnis Wenn man will geht alles, aber es muss im Kopf beginnen. Dann steht einer guten Mensch-Hund Beziehung nichts mehr im Weg. Lotte ist heute alltagstauglich, Willi sowieso. Respekt dafür!
Homo sapiens macht Fehler, gibt falsche Signale, ist inkonsequent, erwartet vom Hund, dass er sich reibungslos im häuslichen Miteinander einordnet. Im Nullkommanix soll er gutes Benehmen zeigen und gefälligst dankbar sein. Warum sollte er eigentlich? Warum soll ein Hund Jemand vertrauen, der seine selbst aufgestellten Regeln gar nicht oder nur halbherzig durchsetzt? Viele Hunde lesen ihre Menschen schneller als der Mensch lesen gelernt hat. Jeder Hund hat einen anderen Charakter, Einige hinterfragen permanent, Andere sind willig und möchten gefallen. Genau wie bei Kindern. Die können wir doch auch nicht einfach abgeben wenn´s schwierig wird, oder? (Herbst 2021)


Markus und sein Hund "Dicker" 

Der verzweifelte Mann (Markus) hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, denn bei seinen unzähligen telefonischen Hilferufen fühlte sich Niemand zuständig bzw. bot ihm eine Lösung an. Seine Mutter war unerwartet verstorben. Er selbst ist mittellos, aber trotz privater Schieflage sehr um das Wohl des zurückgebliebenen achtjährigen Hundes, genannt Dicker bemüht. Dieser hatte immense Schmerzen, wollte nicht fressen und blutete immer wieder im Analbereich. Hier musste schnellstmöglich geholfen werden. Mangels Mobilität des Besitzers stellten wir ihn beim Tierarzt vor. Der freundliche kleine Rüde leidet unter Prostatavergrößerung, Analtumore und teilweise kaputten Zähnen. Man mag sich nicht vorstellen war er aushalten musste, wenn es vorne und hinten zwickt. Bis zum OP Termin mit Rundumsanierung nächste Woche bekommt er Schmerz- und abschwellende Mittel. Die Kosten für alles übernehmen ausnahmsweise wir. Dieser Mann hat bereits ohne zu Zögern die letzten Euros in den Vierbeiner seiner Mutter investiert, er hat ihn trotz aller Widrigkeiten nicht im Stich gelassen Wir finden, das kann man nicht genug honorieren 

Durch einen Todesfall oder Krankheit gerät ganz schnell das Leben von Angehörigen aus den Fugen. Nicht selten sind davon zusätzlich auch die Haustiere betroffen, die dadurch oft einem ungewissen Schicksal entgegensehen. Finanzielle Notlagen und Existenzprobleme kommen erschwerend dazu. Damit aber wir unsere Vereinskasse nicht komplett plündern müssen, bitten wir um finanzielle Mithilfe für diesen doch sehr bewegenden „Fall“. Selbstverständlich werden wir den kleinen Zwack auch in Zukunft mit Futter versorgen.
 

Eine Woche später:

Endlich war es soweit, wir brachten "unseren" Sorgenfall wieder zum Tierarzt - OP Termin. Lauter fremde Menschen, er wusste gar nicht wie ihm geschieht, war völlig verunsichert. Doch ganz tapfer hat er die Situation dann gemeistert. 8 Zähne und Manches mehr musste er abgeben, somit konnten alle Baustellen behoben werden. Jetzt ist er vorerst "runderneuert" Wir hoffen auf eine gute Genesung.

An dieser Stelle ist ein riesengroßes Dankeschön für die unglaubliche finanzielle Unterstützung fällig. Diese Welle an Spenden- und Hilfsbereitschaft verbunden mit ehrlicher Anteilnahme, hat uns überwältigt.

Dann kam der Schock:
Ein paar Tage später mussten wir erfahren, dass Dickers Herrchen plötzlich und völlig unerwartet verstorben ist. Diese Nachricht hat uns zutiefst bestürzt. Nach der gelungenen OP seines vierbeinigen Begleiters kehrte endlich wieder Zuversicht und Freude ein, leider nur von kurzer Dauer Bis zum letzten Moment war ihm das Wohl seines Hundes am Wichtigsten und er bat darum, den Tierschutz zu verständigen. Dicker ist jetzt im Tierheim Königswiese in bester Obhut und kommt zu gegebener Zeit in die Vermittlung. 

Gute Reise in eine bessere Welt lieber Markus, dein kleiner Freund Dicker und wir werden dich sicher nie vergessen. 
Dicker, wir wünschen dir von Herzen eine Familie, in der du deinen Lebensabend verbringen darfst. Wir sind uns sicher, dass das Tierheim Königswiese alles dafür tun wird, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht. (Mai 2022)

Fresca - die Säurehündin

Fresca fiel als Welpe in Säure und musste monatelang einen Ganzkörperverband tragen. Wie eine Mumie eingewickelt. Täglich ein- und auswickeln, cremen usw. All das ließ sie geduldig über sich ergehen. Trotz ihres katastrophalen Starts ins Leben hat Fresca das große Los gezogen. Ihre kleinen "Schönheitsfehler" stören keinen und so ging Fresca zum Film. Nicht als Darsteller, sondern als "Wachhund" am Set.
Das ganze Jahr über ist unsere liebe Fresca - nun genannt Franzi - on Tour, an den schönsten Fleckchen in Bayern auf Motivsuche für den BR - Bayerischen Rundfunk.
Alle Dreharbeiten werden genaustens überwacht und am Set ist sie sowieso der Star und Liebling Aller.

Für die neueste Produktion des BR überwacht sie den Ablauf, wobei die verfressene Nudel insbesondere das Cateringfahrzeug nie aus den Augen lässt.


Was für ein Happeny End.

Polly's Geschichte:

Polly hatte nie eine Anfrage, sie entsprach wohl nicht dem Schönheitsideal mancher Menschen

Krumme Beinchen und kein süsses Foto, aber Niemand sah ihre Augen. Wir haben sie zu uns geholt, weil dieses kleine Wesen verzweifelt war, hatte sie doch mehrmals wegen Vermittlung ihre Hundefreunde an denen sie so hing, verloren. Vom ersten Moment an waren wir begeistert, wieviel Vertrauen uns Polly entgegenbrachte, welche Liebe und Anhänglichkeit sie zeigte. Heute ist Polly der glücklichste und fröhlichste Hund, ein geliebtes Familienmitglied, mit eigener Hundefreundin

Danke an die Adoptanten Heike und Andi, ihr habt die inneren Werte unserer bezaubernden Polly sofort erkannt. (März 2022)


 

Von besonderen Menschen und einem speziellen Hund:

Ein Erfahrungsbericht einer Adoptantin, wunderbar zu lesen, auch wenn sie ein bisschen länger ist. 

Das große Glück, ungewollt einen ungewollten Hund zu bekommen:
"Ein Hund passte sozusagen überhaupt nicht in mein Leben. Denn wenn man ein Tier hat, heißt das Verantwortung. So lange es lebt. Auch dann, wenn es bei einem selber gerade nicht so gut läuft. Und genau aus diesem Grund hatte ich stets eine klare Ansage meinen Kindern gegenüber, warum wir NIE, aber auch NIE einen Hund haben werden.
Aber Gucken ist immer erlaubt. Also schauten wir über lange Zeit die Seiten diverser Tierheime und Tierschutzorganisationen. Natürlich schmerzte es mich, diese ungewollten Seelen zu sehen und ich wünschte jedem Einzelnen ein schönes Zuhause. Aber meine Prinzipien standen. Bis an einem Abend. Ich interessierte mich schon seit einiger Zeit für die Arbeit der Vilshofener Hunderettung und schaute mir auf Facebook die Tiere an. Ich scrollte die Chronik immer weiter zurück. Und hä- was war das? Ein abgerissener Wolfshund? Immer wenn ich das Foto ansah, reagierte mein Körper heftigst. Ich besuchte meine große Tochter in ihrem Zimmer. Sie war schon eingeschlafen.  Dieser Hund war eigentlich so gar nicht ihr „Beuteschema“. Aber sie sagte: „Mama. Das ist unser Hund.“ Von da ließ mich der Gedanke an den diesen Hund, namens Tisi, nicht mehr los. Ich nahm mit Marion Kellberger von der Vilshofener Hunderettung Kontakt auf. Ich hab es gleich gemerkt, dass diese ihren Job sehr ernst nimmt. Tisi ist wohl ein klassisches Überbleibsel. Sie zieht sich zurück. Ist mißtrauisch, ängstlich und meidet Menschen. Sie ist weder besonders schön, aber auch nicht sooo „arm“. Eher der Typ unsichtbarer Hund. Für mich war es der schönste Hund überhaupt. Marion wurde nicht müde, mich darauf hinzuweisen, dass sie Zweifel hat, ob es eine gute Idee sei, Tisi in ein städtisches Umfeld zu vermitteln. Es wären verstärkte Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Und ich bin ihr  heute noch dankbar über ihre mahnenden Worte. Denn eine Entscheidung zu so einem Tier sollte wirklich nicht leichtfertig getroffen werden.  Es gab keinerlei Garantien, wie sich Tisi entwickeln würde. Ich stellte keine Anforderungen an den Hund. Mir war klar, dass er ängstlich sein würde, dass ihm das Haus und wahrscheinlich auch wir größtes Unbehagen auslösen würden. Ich erwartete keine Dankbarkeit. Ich wollte diesen Hund, des Hundes wegen.  Meine innere Entscheidung war gefallen. Bis wir die Zusage bekamen, war ich in einem Zustand anhaltenden Liebeskummers. Im Familienurlaub sah ich mir die Fotos von Tisi jeden Abend im Bett an und bangte- bis wir endlich die Zusage bekamen.
Nun ist Tisi seit bald 10 Monaten ein Familienmitglied und wir lieben sie einfach. Sie ist ein Überraschungspaket. Wir nennen sie auch gerne unser Neurosen-Hundzi. Denn vor was sie sich fürchtet, ändert sich immer wieder mal. Sie muss sich jeden Freiraum schwer erarbeiten. Neulich hat sich Tisi wieder auf „Werkseinstellung“ zurückgesetzt und fürchtet all das, was bereits Vergangenheit war. Lampenschirme z.B., die Kaninchen, knackende Holzdecken usw. Wir sind mittlerweile weniger besorgt. Das wird schon wieder. Ein Schritt zurück, zwei vor. Was ihr aber sehr schnell leicht fiel, sich von uns anfassen und lieben zu lassen.  Auch ist Tisi in vielen Bereichen extrem unkompliziert. Sie ist unerschrocken beim Gassigehen. Geht durch jedes Gelände. Kommt gut mit anderen Hunden zurecht. Tierarzt geht auch so. Sie lässt sich überall anfassen und zeigt uns ganz deutlich ihre Zuneigung. Sie ist sogar eine große Küsserin, wenn man sein Gesicht nicht rechtzeitig in Sicherheit bringt. Und fragt bloß nicht, wo dieser Hund nachts jetzt schläft!!! Und immer wieder ist Tisi für eine Überraschung gut. Z.B. als sie an der kurzen Leine wartend an der Fußgängerampel eine Ratte gefangen und eine kleine Massenhysterie ausgelöst hat. Seitdem schreitet sie wie eine Königin über diese Ampel. Sie hat eine krasse körperliche Veränderung hinter sich, und von dem abgerissenen Wolf ist nicht mehr viel geblieben. Es hat sich eine gehörige Portion Windhund in ihr gezeigt. Sie ist der schnellste Hund im Viertel

Praktisch haben die Aussies und andere Flitzer keine Chance gegen sie und das genießt Tisi in vollen Zügen. Mittlerweile hat sie gelernt, ihr Tempo zu drosseln, damit die Hundekumpels nicht so schnell den Spaß verlieren. Lohnt es sich, einen sogenannten „Problemhund“ anzuschaffen. In unserem Fall eindeutig „Ja“. Wichtig finde ich, die Tipps und Hinweise bei der Vermittlung ernst zu nehmen. Es braucht einfach ein inneres JA zu so einem Tier, dann fügt sich der Rest. Ich sage auch nicht, dass es nicht manchmal anstrengend ist. Aber das kann es auch mit einem „Normal-Hund“ sein. Entscheidend ist ein JA zu dem Tier, bevor es ankommt, und nicht, wenn er das tut oder lässt, was man von ihm erhofft. Viele Marotten vergehen und manche bleiben eventuell. Wir haben angefangen, in längeren Zeitabschnitten zu denken, deswegen löst ein kurzfristiges Zurücksetzen auf Werkseinstellung nicht mehr so viel Sorge aus. Für Vieles gibt es Unterstützung und Rat. Ich würde immer wieder so entscheiden. Meine Töchter sind glücklich und finden ebenfalls, dass Tisi genau der richtige Hund für uns ist. (2019)